Das Düppeler Weideschwein

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Auf einer Wanderung durchs Lippische Bergland, entdeckten wir ganz zufällig die urigen Düppeler Weideschweine.
Die Schweine sind ganzjährig im Freien, und haben eine ausladende Weidefläche, teils mit Bäumen bestanden und von einem Bach durchflossen, zur Verfügung.
Sie können hier nach Herzenslust ihren Grundbedürfnissen nachgehen.
Dieses Projekt wird von der Tiermedizinischen Hochschule Hannover wissenschaftlich begleitet.

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Diese Schweine sind fast so schön wie unsere Pommernschafe!
Man sieht diesen Tiere einfach an, dass sie sich sauwohl fühlen.

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Da man nur höchst selten Hausschweine im freien Gelände beobachten kann, wissen auch die Wenigsten, was für Bedürfnisse Schweine überhaupt haben.
Ich kann mich glücklich schätzen, auf einem Bauernhof groß geworden zu sein, wo unsere Zuchtsauen eine große Weidefläche zur Verfügung hatten.
Wer erlebt hat, wie Schweine sich genüsslich in der Suhle unter´m Birnbaum abkühlen, und nur darauf warten, dass ihnen eine reife Birne ins Maul fällt, der wünscht diesen Tieren kein anderes Leben.

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Das Düppeler Weideschwein ist das Ergebnis einer Rückzüchtung, mit dem Ziel, ein Weideschwein mit den ursprünglichen Eigenschaften wiederzuerlangen.
Die Genetik dieser Tiere enthält 33 % Wildschwein, 40 % Mangalitza Wollschwein, 20 % Buntes Husumer Schwein und 7 % Deutsches Landschwein.

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Schweine können ihre Körpertemperatur weder durch Schwitzen, noch durch Hecheln regulieren.
Stattdessen benötigen sie absonnige feucht-nasse Flächen auf die sie sich zur Abkühlung legen.
In der konventionellen Schweinehaltung sind dies meist die Betonspalten, die dann in der Regel mit den eigenen Exkrementen verunreinigt sind.
Hat das Schwein aber eine Weidefläche mit staunassen Bereichen zur Verfügung, wird es sich mit seinem Rüssel innerhalb kürzester Zeit eine Schlamm-Suhle basteln.
Das Schlamm-Suhlen dient aber nicht nur zur Körpertemperatur-Regulierung, sondern auch zur Parasiten-Bekämpfung:
Durch die trockene Schlammkruste werden vorhandene Parasiten erstickt. Mittels ausgiebigem Schubbern an möglichst vorhandenen Baumstämmen, wird den Parasiten anschließend mechanisch zu Leibe gerückt.

Es gibt zwar auch in der modernen Schweinehaltung einige begrüßenswerte Bestrebungen, den Grundbedürfnissen der Schweine Rechnung zu tragen, aber bei einer ganzjährigen Stallhaltung fällt der wirtschaftlichen Optimierung, viel Tiergerechtigkeit zum Opfer.

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Das Schwein ist im Grunde ein Lauf-Tier, der Bewegungsdrang ist sehr ausgeprägt.
Konventionell gehaltene Schweine reagieren auf die Bewegungseinschränkung mit Aggression, Bissverletzungen an Schwanz und den Ohren der Artgenossen sind die Folge.
Was das Nahrungsprofil der Schweine angeht, so können diese als Allesfresser bezeichnet werden.
Sie mögen sowohl Pflanzenkost, als auch tierische Nahrung. dabei scheint sich ihre Lieblingskost unterirdisch zu befinden, denn sie gebrauchen geschickt ihren Geruchssinn, und letztlich ihren Rüssel, um Pflanzenwurzeln, Baumsamen aber auch Würmer und anderes Kleingetier zu vernaschen.
Die Düppeler Weideschweine in Bellersen werden im Winter mit Eicheln und Bucheckern zugefüttert.

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Da auch für die Nutztierrasse "Düppeler Weideschwein" die Regel gilt:"Erhalten durch aufessen" , ist es logisch, dass ab und an, Tiere geschlachtet werden müssen.
Die Metzgerei Maßmann in Lütmarsen (ganz in der Nähe von Bellersen), übernimmt das Schlachten der Tiere.
In diesem Frühjahr war ich erstmalig in Lütmarsen, und habe mich mit ausreichend Bauchfleisch für die Salami, und für die Salsiccia-Bratwurst, eingedeckt.
Bei der Gelegenheit, habe ich natürlich auch ein paar leckere Bratenstücke vom Düppeler Weideschwein für den Eigenbedarf mitgenommen.
Es hat sich allerdings nicht sehr lange in unserer Truhe gehalten, denn der Geschmack ist unwiderstehlich deliziös, oder besser ausgedrückt - sau-gut!!